Aussagen zu PPW

Wiplinger geht es nicht um ästhetische Werte, um irgend einen Ismus, sondern um das Seinsbewußtsein, um den Menschen.
Paul Wimmer im ORF, 1971

Peter Paul Wiplinger is one of the few contemporary poets in the German-speaking world who can still write poetry that goes under the skin. His poetry ist stark and austere. His work displays simplicity, exactitude and a precision of expression. …..
Angelika Becker, 1978

Peter Paul Wiplinger, the Austrian poet, is aware of both silence and its menace, as the title of this collection makes clear, and his own poems are often starker than knife slashes on the page, each word rippling at times, with a violent anguish barely held in check. His borders, his thin black lines of lyric, are heavy with the loss of meaning his generation has inherited. Wiplinger’s taut lyrics triumph over their sparse diets to make this the collection a valuable one for us and a fundamental one for the author.
Edward Butscher – New York, 1978

In Borders/Grenzen Wiplinger gives us magnificent poetry ….. Spare, powerful, extremely moving. Wiplinger’s short poems each contains a lifetime of seeing and understanding.
Harry James Cargas – St. Louis, 1978

Wiplingers Lyrik ist von einem für den deutschen Sprachraum selten hohen Maß an politischer wie menschlicher Verantwortung.
Gert Niers über den Gedichtband „Borders/Grenzen“, New York 1978

Peter Paul Wiplinger ist ein ganz und gar heutiger Autor, und doch sind seine Arbeiten Verse und können als poetisch gerühmt werden – noch oder schon wieder. Er ist ein lyrischer Zeitgenosse, erwachsen, klug und sprachmächtig.
Hans Weigel – Wien 1980

Das Wort hat einen neuen Standpunkt gefunden, Kunst wird wieder zum „ethischen Vorgang“.
Paul Wimmer – Wien 1980

Was jedoch am meisten beeindruckt, ist des Dichters fester und unerschütterlicher Wille, nichts zu vergessen: Nicht den Krieg, nicht den Tod, nicht die Qualen der Verfolgten, der Gemarterten, der Geächteten, nicht die Opfer, alle die sinnlos Hingemetzelten, die Vergasten, die Hingerichteten. …..
Alexander Giese, 1981

Peter Paul Wiplinger bildet mit seinen Gedichten und auch mit seinen Fotografien abgesicherte Freiräume der Stille: kleine unterirdische Gärten, in denen das Wesentliche überdauert. Sein Ringen um Kürze ist nicht nur eine notwendige Arbeit mit dem Ziel, sich selbst und die in ihm zur Form gewordenen humanen Inhalte gegen die alles relativierende, auflösende, einordnende und verharmlosende Alles- und Besserwisserei abzuschirmen; das Epigrammatische entspricht zugleich einer ethischen und also eo ipso ästhetischen Anforderung: möglichst viel Leid und Lebenserfahrung in möglichst wenigen Sprachzeichen festzuhalten. Wiplingers Zeichensprache zielt auf die größtmögliche Dichte der Vermittlung.
György Sebestyén – Auszug aus dem Nachwort zum Fotogedichtband „Abschiede“, 1981

Wiplinger sucht nirgendwo einen Ansatzpunkt zur Gewinnung von Fluchtpositionen aus der Wirklichkeit. Jede der kurzen Zeilen bebt und schwebt gleichsam im Ausstrahlungskreis humanistischen Mitgefühls, Mitleidens, Teilnehmens, Nachempfindens.
Hugo Huppert – Wien 1982

Nicht unbändiger Exhibitionismus, nicht die Eitelkeit der Poetenpose, nicht das Spiel mit ästhetischen Kategorien haben ihn dazu veranlaßt, Gedichte zu schreiben, sondern die zwingende Notwendigkeit, das Wesentliche auszusprechen. Was er formuliert, ist wichtig. Es hat Würde und Gewicht. Still und zielbewußt rebelliert Peter Paul Wiplinger gegen eine Welt, die ihre eigene Grausamkeit als Fügung des Schicksals hinnimmt.
György Sebestyén – Wien 1982

Dem Leiden/Pathos der Expressionisten an der vermeintlich korrigierbaren Welt stellt Wiplinger in seinen Gedichtbänden den Befund des unaufhebbaren letalen Zustandes gegenüber, den es weder zu beklagen noch zu heroisieren gilt, der lediglich knapp und klar zu konstatieren ist, in der schmucklosen Aussage, im prägnant bezeichnenden Wort. Einen bewußten Spät-Existentialisten möchte man Peter Paul Wiplinger nennen, einen Ausgesetzten und Engagierten zugleich. ….. Zeugnis, Anklage, Aufruf sind seine Mittel als Dichter.
Johann Lachinger – Linz 1983

Gedichte, die durch ihren Inhalt geformt sind, komprimiert sind, sodaß alles Überflüssige weggelassen ist; reduzierte Gedichte. Gedichte als Gerüste des Denkens und Fühlens, des Widerstandes gegen das Vergessen“.
Erich Fried – Wien 1987 (aus dem Vorwort zu „Farbenlehre)

Peter Paul Wiplinger ist einer der aussagekräftigsten und politisch-konkret engagiertesten Lyriker des heutigen Österreich.
Robert Gratzer –  zum Fotogedichtband „Farbenlehre“, Alekto Verlag 1987

Seine Gedichte zeigen eine oft beinahe atemberaubende Kunstfertigkeit, die keine blinde Stelle durchläßt, kein überflüssiges Wort.
Albert Janetschek – Wien 1988

Dichtung als Mittel zur zeit- und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung, „das Wort als treffendes Vokabel, als Waffe, oder als Spracherlebnis … als ‘Lebenszeichen’ gegen das Inhumane, gegen die Lüge, gegen das Verschweigen“.
Alexander Giese – Wien 1991

Wiplingers klar ausgeprägter Stil, seine knappe, präzise, auf die kürzeste Form reduzierte Sprache bei maximaler Sinn- und Bedeutungsaussage, sein Engagement für humanistische Grundwerte, sein Auftreten gegen alle Verzerrungen von Staats- und Gesellschaftsmacht, sein Eintreten für die „anwendbare Wahrheit“ (Paul Eluard) von Gedicht und Literatur, seine kritische Intelligenz und sein Auftreten gegen alle Formen des Faschismus und Totalitarismus lassen ihn als prominenten Vertreter einer neuen und erneuerten österreichischen Literatur erscheinen. Dichtung als Bekenntnis, das Wort und die Sprache aber auch als Waffe gegen alles Inhumane und gegen die Verderbtheit der Gesellschaft, das ist Wiplingers Maxime, wie sie deutlich aus seinen Gedichten spricht.
Toschko Toschkow – Wien 1991

Die kritische Zeitgenossenschaft ist das Hervorstechende in seinen Gedichten. Seine Gedichte sind seine Lebensgeschichte. Ihr Stenogrammstil ist für ihn gewiß keine Erlösung, das Gedicht ist keine Ver- oder Bearbeitung des Erlebten, sondern dessen Benennung, ein Splitter aus dem Gesamtbild, scharf und verletzend.
Elisabeth Schawerda – Wien 1998

Die lyrischen Resumés erscheinen wie Sentenzen. Subjektive Befindlichkeiten und objektive Befunde werden sprachlich auf den Punkt gebracht in klaren Prägungen und elementaren Bildern von größtmöglicher Knappheit und Einfachheit. Dieser lakonische Stil ist seit eh und je ein Kennzeichen der Lyrik P.P.Wiplingers…Den heute verbreiteten Antworten mit Ironie und Zynismus setzt Wiplinger die intellektuelle Reflexion, entschiedene Stellungnahmen und humane Betroffenheit entgegen.
Johann Lachinger – Linz 2000

Vielen der Gedichte gemeinsam ist eine äußerste Reduktion. Die Sprache wird beim Wort genommen, allen Dekors entkleidet. Nackt steht die Wirklichkeit vor uns und weckt gerade dadurch – je nach Thema – Zärtlichkeit, Wehmut, Trauer oder Zorn.
Wolfgang Ratz – Wien 2000

Gekonnt und zugleich einfach erscheinen die Verse von Peter Paul Wiplinger in einer poetischen Landschaft, in der das Wort der Widerspiegelung der inneren Wirklichkeit dient und dieser Wirklichkeit mit ihren Sehnsüchten, dem Schmerz, dem Drang der Gefühle, der Sinnlichkeit der Seele einen Sinn verleiht. Kurz, spröde, in knappen Sentenzen und Verszeilen, die mit einem oder zwei Worten fast minimalistisch wirken, evoziert Wiplinger nahezu eine tagebuchartige Wiedergabe seiner Erlebnisse. Das, was der Dichter über seine eigenen Erfahrungen sagt, richtet sich vor allem nach innen, zu den Wurzeln des eigenen Ichs.
Lev Detela – Wien 2003

Wiplinger gehört zu jenen Autoren, die sich nicht auf einen Themenbereich festlegen lassen. Seine literarische Palette reicht vom philosophischen und gesellschaftskritischen Gedicht bis zur politischen Lyrik, vom einfachen Landschafts- und Liebesgedicht bis zur poetischen Meditation. Den Schwerpunkt seiner literarischen Tätigkeit sieht Peter Paul Wiplinger jedoch in der politisch orientierten Lyrik.
Arletta Szmothun – Wroclaw 2003

Peter Paul Wiplinger, ein Schriftsteller, der seit Jahrzehnten unermüdlich und dabei keinen Konflikt scheuend der Einhaltung der Menschenrechte das Wort redet. Relativieren ist bei ihm in Fragen der Humanität nicht angesagt.
Peter Paul Wiplinger hat nicht nur geschrieben und argumentiert, sondern auch bereitwillig seinen Wohnraum geöffnet, hat bewirtet und Schlafplätze gegeben. Er hat Kollegen unterstützt und gefördert. Er war ein unermüdlicher Anwalt für die Literaturen der Nachbarländer, hat seine Seelenverwandtschaft mit den slawischen Völkern entdeckt. Eine besondere Zuneigung gehört seit vielen Jahren den Sinti und Roma und er gehört zu den ersten im PEN, welche die Notwendigkeit sahen, daß die marginalisierte Volksgruppe ordentlich vertreten ist und auch gehört werden muß.

Präsident des Österreichischen PEN, Dr. Helmuth A. Niederle:
Laudatio auf Peter Paul Wiplinger anläßlich der Verleihung des Franz Theodor Csokor-Preises an ihn im Presseclub Concordia, Wien, am 7. Juli 2014

Peter Paul Wiplinger kennt die Endlichkeit und Verletzlichkeit von Menschen, die Ohnmacht und Mitleidenschaft.Er will nichts bewahren, er will für Präsenz sorgen, er will nichts verschönern, er will verdeutlichen, es geht ihm nicht um Aufregung, es geht ihm um Entschiedenheit, kein Risiko ist ihm zu groß, wenn es notwendig ist, Haltung zu zeigen, Stellung zu beziehen oder etwas gegen Fehlentwickungen und Missstände zu unternehmen.

Eine der besonderen Autoreneigenschaften von Peter Paul Wiplinger ist, dass er nicht zwischen anspruchslosen Gebrauchstextsorten und anspruchsvollen literarischen Textsorten unterscheidet, er stellt an die einen wie die anderen gleich hohe Ansprüche. Die Durchdringung des Alltags mit Texten und Bildobjekten ist ihm das vielleicht wichtigste Anliegen, sie dienen der Momentaufnahme genauso wie der Überführung in eine andere Bedeutung und Funktion.
Gerhard Ruiss, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der IG Autorinnen Autoren
Rede anlässlich der Präsentation der „Schachteltexte II“ und der „Erinnerungsbilder“ am 25.6.2019 im Presseclub Concordia, Wien

Peter Paul Wiplinger ist eine der eindrucksvollen poetischen Stimmen des Landes.
Heinz Sichrovsky – Wien 2021

Es sind karge Gedichte, ohne große Metaphern oder sprachliche Aufschwünge, aber gerade diese Reduziertheit macht sie schneidend scharf in ihrer Wahrnehmung und für uns Leser zu einer durchaus ergreifenden Lektüre.
Andreas Wirthenson – Wiener Zeitung 2021

Die Lyrik von Peter Paul Wiplinger zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Ökonomie des Wortes, Präzision in der Wortwahl und eine subtile Zurückhaltung in der Darstellung von Emotionen aus. Dank Wiplingers scharfsinniger Beobachtung und seinem Abscheu vor dem Bösen dieser Welt kann seine Poesie als Beispiel für engagierte Kunst betrachtet werden. Gleichzeitig ist sie eine Kunst für sich, die nicht nur ohne überflüssige Worte, sondern auch ohne moralisierenden Ton vorhanden ist.
Joanna Małgorzata Banachowicz – Universität Wrocław / Breslau 2022

Was PPW in diesem letzten Jahrzehnt an Lyrik zusammenhält, lässt einen wahrlich den Atem anhalten, gebiert Bilderreihen von enormer Aussagekraft in einem selbst weit über den Tag hinaus. – Gegen den „Ungeist der Zeit“, gegen den „Wahnsinn der Welt“ gilt es erneut seine Stimme zu erheben. – PPW ist ein akribischer Seismograph in all seinen Unternehmungen, er nimmt wahr, verdichtet, erkundet so manche Augenblicke – und über allem liegt ein zarter melancholischer Schleier.
Gerhard Jaschke – Wien 2022

Die „Leuchtspuren“ ziehen ihre Linien durchs Leben, vergangenes wie gegenwärtiges. Das Vergangene ist nicht wirklich vergangen, Bruchstücke wirken in die Gegenwart, halten Schmerz, Entsetzen, Wut aber auch das Schöne lebendig. Die Gedichte zeigen und beweisen es. Denn schon immer war es ein Grundsatz Wiplingers: „alle worte prüfen an der Wirklichkeit“, an der des äußeren, des politischen, historischen, gesellschaftlichen Lebens und des inneren, des Seelenlebens. Das eine wirkt auf das andere ein- wie könnte es anders sein, wenn er über Mauthausen, Theresienstadt, Auschwitz und das Warschauer Ghetto schreibt.  Sein Thema ist, wie es auf Seite 102 heißt, „der mensch / so wie er eben ist“, in der ganzen Breite seiner Eigenschaften.
Elisabeth Schawerda – Wien 2022
Zum Gedichtband Leuchtspuren/Smugi, Gedichte 1967-2022, deutsch-polnisch, Wrocław, 2022

Wiplingers Gedichte sind authentische, aus der unmittelbaren Gegenwart geschöpfte Verse eines Menschen, der sagt was er sieht und hört und erleidet.
Elisabeth Schawerda, 2022

Nie hat Wiplinger zu weltpolitischen Katastrophen geschwiegen, und wer mit seinem umfangreichen Werk vertraut ist, kennt die zahlreichen Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus, die zur Erfolglosigkeit verurteilten Erklärungsversuche und die persönliche Aufarbeitung des Autors der eigenen Kindheit und des von Propaganda, Hass und Bedrohung geprägten Umfeldes seiner frühen Jahre. Peter Paul Wiplinger führte einen unermüdlichen, wortreichen Kampf gegen die Gewalt, die Lüge, die Intoleranz und das Vergessen.
Klaus Ebner 2023

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